Politik für Ausbildung und Beruf
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie will mehr Unternehmen für die Ausbildung junger Menschen gewinnen. Wir bieten übersichtliche Rahmenbedingungen für eine optimale Ausbildung in den Betrieben.
Zum 1. August 2009 wurden zwei neue Berufe entwickelt und zwölf bestehende Ausbildungsordnungen modernisiert und angepasst. Aber es gibt noch einiges zu tun, um den Unternehmen die Lehrlingsausbildung schmackhafter zu machen. Für den Bundeswirtschaftsminister stehen dabei folgende Aspekte im Vordergrund:
Übersichtliche Ausbildungsordnungen
Handliche Ausbildungsordnungen mit berufsprägenden Mindestanforderungen erleichtern es den Betrieben, in der laufenden Produktion oder Dienstleistung prozessorientiert auszubilden, ohne aufwändige Verbundlösungen und ohne überbetriebliche Lehrgänge.
Ausbildungsmöglichkeiten für alle
Wir stehen vor neuen Herausforderungen: Einerseits bleiben noch viele Jugendliche ohne betriebliche Lehrstelle und müssen in teuren und wenig Erfolg versprechenden Ersatzmaßnahmen untergebracht werden. Andererseits klagen Unternehmer, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, weil Bewerber den Anforderungen der Ausbildungsordnungen nicht gewachsen sind. Zukünftig kann es nicht mehr nur darum gehen, die duale Berufsausbildung immer anspruchsvoller und komplizierter zu gestalten. Wir brauchen mehr Dynamik, um mit unseren dualen Berufen alle Arten und Größen von Betrieben und mindestens alle Jugendlichen mit allgemeinbildendem Schulabschluss zu erreichen.
Um dem unterschiedlichen Leistungspotenzial der jungen Menschen wie auch den differenzierten Anforderungen der Betriebe Rechnung zu tragen, werden wir für verwandte Tätigkeiten verstärkt Berufsgruppen mit gemeinsamem Kernberuf und darauf aufbauenden Spezialisierungsmöglichkeiten anbieten.
Die Schaffung zweijähriger Basisberufe für verwandte Arbeitsgebiete schafft Übersicht und Orientierung in der Berufsausbildung. Im August 2009 hat das durchlässige Berufsgruppenmodell für die Elektroindustrie den Anfang gemacht (siehe Infografik).
Optimierung der Abschlussprüfungen
Prüfungen sind so zu optimieren, dass die Mitarbeit in Prüfungsausschüssen auch für Unternehmer und aktive Beschäftigte wieder interessant wird. Im Vordergrund stehen einheitliche Prüfungsinstrumente, die klare Ausrichtung der Prüfungsinhalte auf das Berufsprägende und straffere Prüfungszeiten.