Dienstleistungswirtschaft
Einleitung
Gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Dienstleistungssektors
Der Dienstleistungssektor nimmt eine herausragende Stellung in der deutschen Volkswirtschaft ein. Dienstleistungen - Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Kredit- und Versicherungsgewerbe, Unternehmensdienstleistungen sowie öffentliche und private Dienstleister sind zur vorrangigen Erwerbsquelle geworden. In Deutschland erreichte der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamterwerbstätigkeit 2008 rund 73 Prozent. Der Anteil der Dienstleistungen an der Bruttowertschöpfung erreichte 69 Prozent. Der Beschäftigungsaufbau war im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister mit rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr am höchsten.
EU-Binnenmarkt
Ein funktionierender Binnenmarkt ist die Voraussetzung dafür, dass die europäische Wirtschaftskraft weiter steigt. Neben den Waren kommt auch den Dienstleistungen eine immer größere Bedeutung für den europäischen Binnenmarkt zu. Hier gibt es noch deutliche Entwicklungspotenziale für den grenzüberschreitenden Austausch von Leistungen zwischen Deutschland und den EU-Mitgliedstaaten. Mit der europäischen Dienstleistungsrichtlinie sollen bis Ende 2009 Hindernisse abgebaut, der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen gefördert und damit zur Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarktes beigetragen werden.
Internationaler Dienstleistungshandel
Der internationale Handel mit Dienstleistungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Deutschland ist weltweit drittgrößter Dienstleistungsexporteur. Durch einen weiteren Abbau von Handelshemmnissen in der Welthandelsorganisation (WTO) und im Rahmen von bilateralen Freihandelsabkommen sollen die Voraussetzungen für die noch bessere Nutzung der Potenziale deutscher Dienstleistungsunternehmen im Auslandsgeschäft geschaffen werden.
Zur Verbesserung der internationalen Marktchancen deutscher KMU fördert die Bundesregierung die Kooperationsanbahnung wissensintensiver und unternehmensbezogener Dienstleistungsanbieter/-innen mit ausländischen Partnern.
Innovations-, Technologie- und Forschungspolitik im Bereich Dienstleistungen
Die Innovations-, Technologie- und Forschungspolitik ist auf die die nachhaltige Förderung des technischen Fortschritts und die Schaffung der bestmöglichen Voraussetzungen für die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien und Dienstleistungen ausgerichtet. Eine besondere Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung kommt den wissensintensiven Dienstleistungen zu. Mit solchen BMWi- Förderprogrammen wie dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und dem High-Tech-Gründerfonds sollen insbesondere innovative Dienstleistungen gefördert werden.
Dienstleistungsstandardisierung
Normen und Standards können auch im Dienstleistungssektor zu einer höheren Markttransparenz und Dienstleistungsqualität führen und die Vergleichbarkeit sowie die Reproduzierbarkeit der Dienstleistungsprozesse und der Dienstleistungsergebnisses fördern. Die Erhöhung der Markttransparenz der erbrachten Dienstleistungsqualität ist ein Ziel der europäischen Dienstleistungsrichtlinie.